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“Todesfalle Kreisverkehr” füllt das Sommerloch!

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. Christian Mayr liefert im Kurier eínen exemplarischen Beitrag der Kategorie
"Wie füllt man das Sommerloch", Subkategorie "Wie vera.....e ich den Leser".
Titelte man im Printmedium und im ePaper noch "Todesfalle Kreisverkehr",
war's online weniger reisserisch
"Unzählige Unfälle: Warum Kreisverkehre zur Todesfalle werden können".
Fazit war aber dann doch: „Der Kreisverkehr ist die weitaus sicherste Kreuzungsform.“

KURIER-Recherchen zeigen:
Fälle von Geradeausfahrern im Kreisverkehr häufen sich, weshalb auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) nun bauliche Änderungen diskutieren möchte.

Nun ja, sehr umfangreich war die Recherche wohl nicht – gerade mal Burgenland und Niederösterreich.
und dort müssen die Helfer bei Feuerwehren und Rettung bei manchen Kreiseln in Permanenz{also ununterbrochen} ausrücken und kommen offenbar nicht mehr nach Hause!?

Tatsächlich finden sich im Archiv unzählige Fälle, wo Lenker den Kreisverkehr direttissima passieren wollten …
Ein besonderes Exempel ist auch der Kreisverkehr nach der Umfahrung Wieselburg in Mühling (NÖ), wo seit der Eröffnung vor drei Jahren schon mindestens fünf Mal ein Fahrzeug in der Mittelinsel gelandet ist und die dortige Metallskulptur gerammt hat.

Es darf als bekannt vorausgesetzt werden, dass im Straßenverkehr Unfälle passieren. Sei es nun durch Unachtsamkeit, Alkoholisierung, Bekifftheit oder schlicht und ergreifend aus Dummheit.
Es ist bedauerlich, ist aber unsere Lebensrealität mit der wir leben müssen.
Den Mühlinger Kreisverkehr als Beleg für kursiv unzählige Unfälle heranzuziehen (1,66 Unfälle p.a.}, erscheint mir eher tollkühn.

Der Kreisverkehr gilt landesweit nicht nur als eine Art Geheimwaffe, um gefährliche Kreuzungen ampelfrei zu entschärfen, sondern auch als unerschöpfliche Quelle von Kabarettisten-Witzchen über Landespolitiker.

Die “Geheimwaffe” entschärft “unzählige” Kreuzungen und entschleunigt den Verkehr, ist somit eine äußerst sinnhafte Einrichtung, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Sich über Politiker lustig zu machen, die Kreisverkehre als Denkmäler für sich zu gebrauchen, ist legitim – ein reisserischer Artikel, schlecht recherchiert, mit wenig Fakten untermauert ist dagegen kein Beispiel für “Qualitätsjournalismus”.

Zum Glück endet der Beitrag mit der wichtigen Aussage:
„Der Kreisverkehr ist die weitaus sicherste Kreuzungsform.“

P.S.:  Erhellende Beiträge zur Diskussion:

202 TITEL – Source

Todesfalle Kreisverkehr
Sicherheit. Im Burgenland und Niederösterreich kommt es immer wieder zu Unfällen in Kreisverkehren. Das Kuratorium für Verkehrssicherheit will das Thema nun verstärkt diskutieren
Von CHRISTIAN MAYR

Den Einsatzkräften bot sich ein Bild des Grauens: Der Wagen nur noch ein Torso, fünf von sechs Insassen aus dem Fahrzeug geschleudert – vier von ihnen sofort tot. Es war der wahrscheinlich schlimmste Unfall auf einem Kreisverkehr in Österreich, der sich zu Fronleichnam auf der Neunkirchner Allee in Niederösterreich ereignet hat.
Der Pkw mit schwedischer Zulassung war laut Polizeiangaben ungebremst in den Kreisverkehr gerast, dort wie auf einer Schanze abgehoben, um erst 100 Meter später zum Stillstand zu kommen. KURIER-Recherchen zeigen: Fälle von Geradeausfahrern im Kreisverkehr häufen sich, weshalb auch das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) nun bauliche Änderungen diskutieren möchte.
Unzählige Fälle Der Kreisverkehr gilt landesweit nicht nur als eine Art Geheimwaffe, um gefährliche Kreuzungen ampelfrei zu entschärfen, sondern auch als unerschöpfliche Quelle von Kabarettisten-Witzchen über Landespolitiker. Erst jüngst sorgte ein Video von ORF-Comedian Peter Klien für Lacher, weil ein Gemeindevertreter von Göming (Salzburger Flachgau) berichtete, dass viele Autos über den einzigen Kreisverkehr im Ort „mittendurch drüberfahren“ würden. Das Lachen vergeht dann aber nicht nur den Unfallopfern, für die Kreisverkehre zur Todesfalle werden können, sondern auch den Helfern bei Feuerwehren und Rettung, die bei manchen Kreiseln in Permanenz ausrücken müssen.
Tatsächlich finden sich im Archiv unzählige Fälle, wo Lenker den Kreisverkehr direttissima passieren wollten – sei es wegen überhöhter Geschwindigkeit, Alkoholismus oder schlicht, weil sie unachtsam waren. Ein besonderes Exempel ist auch der Kreisverkehr nach der Umfahrung Wieselburg in Mühling (NÖ), wo seit der Eröffnung vor drei Jahren schon mindestens fünf Mal ein Fahrzeug in der Mittelinsel gelandet ist und die dortige Metallskulptur gerammt hat.
Aber auch der berühmteste Kreisverkehr des Landes – jener in Tulln mit dem alten Draken – war in den vergangenen Jahren schon mehrfach Schauplatz solcher Unfälle. Grundsätzlich gibt es im Kreisverkehr kein fixes Tempolimit, weshalb die Unfälle im Ortsgebiet von Tulln – wenn auch mit hohem Schaden – deutlich glimpflicher ausgegangen sind als jene in Wieselburg (70 km/h) oder eben in Neunkirchen, wo kein Limit gilt und theoretisch 100 gefahren werden darf.
Dass Otto Normalfahrer seinen Pkw um die Kreisverkehr-Kurve wuchtet wie Max Verstappen seinen Boliden durch eine Schikane darf aber ausgeschlossen werden. Wer es dennoch versucht, für den können die derzeitigen baulichen Gegebenheiten dann zur Falle werden: Fast alle Kreisverkehre in Österreich sind stark erhöht, aufgeschüttet und meist bepflanzt – oder mit regionalen Werbetafeln, Kunstwerken oder anderem Inventar bestückt.
Was prinzipiell nicht schlecht ist, wie Verkehrssicherheitsexperte Klaus Robatsch vom KFV erörtert: „Alle internationalen Untersuchungen zeigen, dass man nicht drübersehen darf, sonst fährt man zu schnell darauf zu.“ Dennoch sollte das Prinzip der „fehlerverzeihenden Straße“ gelten: „Nur weil einer einen schweren Fehler macht, darf er nicht gleich getötet werden“, so Robatsch, der die Thematik Kreisverkehr nun verstärkt diskutieren möchte.
Statt mit festen Gegenständen könnten Kreisverkehre ja auch mit (nachgebenden) Hecken oder Büschen ausgestaltet werden, meint der Experte. Die Direttissima-Unfälle dürften auch eine Folge des Erfolges der Kreisverkehre und damit so etwas wie Kollateralschäden sein: Denn meist wird ein Kreisel dort als Tempobremse errichtet, wo es Unfallhäufungspunkte gibt; gehen die Unfälle dann drastisch zurück (um bis zu 80 Prozent), fallen die mitunter schlimm endenden Geradeausfahrten statistisch nicht mehr auf – schon gar nicht bundesweit.
Statistisch sicher Auch aus der Landespolizeidirektion NÖ heißt es, dass es auf der Raserstrecke bei Neunkirchen ohne Kreisverkehr ungleich mehr Unfälle gegeben hätte. Allerdings: Schon vor dem Horrorunfall kam es dort zu Crashs. „Der Kreisverkehr wirkt wie ein Katapult und die Autos heben ab“, hieß es von der Polizei. Jedenfalls wird besagter Kreisel nun „einer entsprechenden Prüfung unterzogen“, wie Gerhard Fichtinger vom Straßendienst NÖ mitteilt: „Treten bei Kreisverkehren gehäuft Unfälle auf, so wird seitens der zuständigen Behörde eine Verkehrsverhandlung abgehalten.“
Trotz allem sagt Robatsch: „Der Kreisverkehr ist die weitaus sicherste Kreuzungsform.“ Zumindest laut Statistik.
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